Punkteteilung in Niederhasli
- gruenweiss.sg
- 9. März
- 3 Min. Lesezeit
Der FCSG und GC trennen sich torlos.

Die Frauenequipe des FC St.Gallen 1879 erkämpft sich gegen das Frauenteam des Grasshopper Club Zürich einen Punkt. Trotz einer soliden Leistung endet die Partie torlos – beide Teams verpassen es, ihre Chancen in Zählbares umzumünzen.
Aufreger Die Begegnung in Niederhasli ist bereits das zweite Duell an diesem Wochenende zwischen einer Mannschaft des FC St.Gallen und des Grasshopper Club Zürich. Heute treffen die Frauenteams aufeinander. Die ersten zwanzig Minuten gehören den Zürcherinnen, die früh Druck machen und mehrfach gefährlich abschliessen. Einmal verhindert die Torumrandung den Rückstand für die Ostschweizerinnen. Die St.Gallerinnen hingegen finden nur schwer ins Spiel, doch auch sie kommen zu vereinzelten Chancen. Die beste Möglichkeit vor der Pause hat Aline Christen, die nach einer Ecke per Kopf zur Führung treffen müsste. Dass es mit einem 0:0 in die Kabine geht, ist vor allem der GC-Torhüterin zu verdanken, die in extremis klärt. Nach der Pause zeigt sich St.Gallen verbessert. Sie stehen defensiv kompakter, nutzen die Räume besser und versuchen, über Konter zum Erfolg zu kommen. Die beste Möglichkeit hat Jana Brunner, deren Abschluss nur knapp das Ziel verfehlt. Doch auch GC kommt mit zunehmender Spieldauer wieder besser ins Spiel und erspielt sich gefährliche Situationen. Der Treffer will aber auf beiden Seiten nicht fallen. Die wohl strittigste Szene der Partie ereignet sich kurz vor Schluss: Lia Ammann setzt sich stark durch, stürmt Richtung Tor und wird regelwidrig gestoppt. Anstatt auf den Punkt zu zeigen, entscheidet der Schiedsrichter jedoch auf Schwalbe und verwarnt Ammann mit Gelb. So bleibt es beim torlosen Unentschieden.
Makel Die grösste Schwäche der St.Gallerinnen ist heute die Chancenauswertung. Zu oft fehlen die Präzision im entscheidenden Pass oder die Konsequenz im Abschluss. Es braucht zu viele Angriffe, bis eine echte Torchance entsteht. Zudem entscheiden sich die Spielerinnen in wichtigen Momenten häufiger für ein Dribbling, anstatt den Ball rechtzeitig abzuspielen.

Schiedsrichter Das Schiedsrichtertrio hat keine Kommunikationsprobleme – dank Funkverbindung können sich die Unparteiischen problemlos abstimmen, eine Seltenheit in der Women's Super League. Was allerdings fehlt, ist eine transparente Kommunikation nach aussen, beispielsweise zur Nachspielzeit. Auch wenn der Schiedsrichter insgesamt eine solide Leistung zeigt, gibt es zwei umstrittene Szenen: St.Gallen wird gleich zweimal ein möglicher Elfer verweigert – vor allem die Entscheidung in der Nachspielzeit gegen Lia Ammann sorgt für Diskussionen. Wir finden: eine klarer Fehlentschied.
abseits Der Empfang im GC Campus ist herzlich. Freundliche Juniorinnen an der Kasse, ein Speaker, der nicht nur die Spielerinnen, sondern auch verschiedene andere Personen wie beispielsweise den Kameramann des SRF, die Physiotherapeuten oder den Vertreter von gruenweiss.sg begrüsst. Eine sehr wertschätzende Geste. Das Stadion verfügt nur über wenige Pressearbeitsplätze. Sie sind alle mit Material des Speakers belegt. Trotzdem lädt er uns auf die Presseplätze ein und schiebt sein Equipment näher zusammen. Die Nähe ermöglicht auch Teamwork während des Spiels, um beispielsweise bei Auswechslungen korrekte Stadiondurchsagen machen zu können.
skurril Weniger positiv ist der Zustand des Spielfelds. Der Platz hat die Wintermonate nicht ohne Schaden überstanden, was sich in zahlreichen Löchern und Unebenheiten zeigt. Selbst beim Gang über den Platz vor den Interviews wird deutlich, dass das Geläuf für die Spielerinnen eine Herausforderung darstellt.

GCZ - FCSG 1879 0:0 (0:0)
GC/Campus, Niederhasli, SR Dario Minder, 304 Zuschauende
Tore: keine
St. Gallen: Böhi, Wyser, Christen, Brunner, Baumann, de Freitas, Risch (62. Ammann), Hauswirth (62. Bachmann), Eisenring (78. Brecht), Nilsson, Cavelti (62. Aeberhard)
GC: Kozal, Egli, Nicoli (76. Fluri), Laino, Müller, Dongus, Ivelj, Ippolito (85. Storni), Mikulica (67. Ess), Potier, Egli
Verwarnungen: 71. Ippolito (Foul), 72. Nicoli (Foul), 90.+2 Ammann (Schwalbe)
Bemerkungen: St. Gallen ohne Gaus, Batliner, Bernet, Bollmann, Schefer, Glanzmann, Klug

Einzelkritik
Böhi: Hält was es zu halten gibt.
Wyser: Sichert die rechte Spielfeldseite gut ab.
Christen: Ihr Kopfball müsste ein Tor sein.
Brunner: Gute Verteidigungsleistung vor dem eigenen und Torchancen vor dem gegnerischen Tor.
Baumann: Sichert den Pausenstand und verteidigt solide.
De Freitas: Bringt mit guten Freistössen Gefahr vors Tor.
Risch: Bemüht im Mittelfeld die Bälle zu verteilen.
Hauswirth: Gute Dribblings und Balleroberungen.
Eisenring: Findet die leeren Räume laciert mehrere Gegenstösse.
Nilsson: Verteilt im Zentrum die Bälle.
Cavelti: Zweikampfstark und mit gutem Abschluss.
Aeberhard und Bachmann: Kommen nach einer Verletzungspause zurück ins Team und ins Spiel.
Ammann und Brecht: Kommen zu Teileinsätzen.
Stimmen zum Spiel


Bilder: Yasmine Bollmann, Cyriac Schnyder
Ton, Text, Kevin Friedauer
Redaktion: Marc Baumeler
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