Nsame sagt: «Hallo»
- gruenweiss.sg
- 9. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Der FCSG kommt erneut aus einem Rückstand zurück und dreht ein Kampfspiel zu seinen Gunsten. Die grosse Figur ist Neuzugang Nsame mit zwei Treffern. Der FCSG kämpft sich mit diesem Sieg in die Top 6.

Aufreger: Da ist das Gegentor durch Krasniqi. Zigi erhält den Ball von Görtler. Die Mitnahme misslingt, der Ball springt zu weit weg, Krasniqi schiebt ein. An fast gleicher Stelle begeht auch die Zürcher Hintermannschaft einen kapitalen Fehler und revanchiert sich damit höflichst. Mambimbi luchst Kamberi den Ball ab und serviert ihn Nsame. Dieser bringt ihn staubtrocken im Tor unter. Wie Nsame das 2:1 erzielt, ist dieser vielzitierten Klasse geschuldet. Er wartet erst ab, positioniert sich im freien Raum und schliesst dann nach Zuspiel von Mambimbi aus 16 Metern flach und äusserst präzise ab. So einen hatten wir nicht allzu oft im Kader.
Makel: Die St. Galler wirken die ersten 30 Minuten des Spiels lethargisch und passiv. Kommen dann aber immer besser ins Spiel. Der Rasen im Letzigrund ist nicht in Topzustand. Die beiden ersten Treffer lassen grüssen.
Schiedsrichter: Sandro Scherrer leitet das Spiel souverän. Tsawa hätte er nach einem Ellenbogenschlag gegen Witzig früh die zweite gelbe Karte zeigen können. Dass er da (zusammen mit dem VAR) ein Auge zudrückt, finden wir gut. Dies in der Hoffnung, dass ähnliches umgekehrt künftig genauso bewertet wird.

Gegner: Die Zürcher durchleben unruhige Zeiten. Die Stories um Denoon (kurz in U-Haft) oder die zahlreichen Abgänge scheinen der Mannschaft nicht so zu schaden, wie man das vermuten könnte. Das Team agiert vor allem zu Beginn aggressiv und giftig. Das Team wirkt gefährlicher als bei den letzten beiden Duellen. Es steht mehr Mentalität, aber weniger Klasse auf dem Platz. Heute fällt auch noch der Trainer krankheitshalber aus (siehe skurril). Alessandro Riedle steht für ihn an der Seitenlinie. Sein Wirkungsradius dürfte er in Anbetracht der Prominenz in seinem Rücken eher kleinräumig gewesen sein. Sportchef Malenovic instruiert die Einwechselspieler und Präsident Canepa taucht ungewohnt früh in der Coachingzone auf.
skurril: FCZ-Trainer Ricardo Moniz ist krank. Er kann seine Mannschaft nicht betreuen. Scheinbar erfahren das seine Spieler erst kurz vor dem Spiel. Obwohl das schon am Morgen klar war.

FCZ : FCSG 1879 1:2 (1:0)
Stadion Letzigrund: 12'375 Zuschauer
Schiedsrichter: Sandro Schärer
Tore 19. B. Krasniqi 1:0, 70. J. Nsame (F. Mambimbi) 1:1, 76. J. Nsame (F. Mambimbi) 1:2.
FCZ Brecher, Ligue (54. D. Denoon), Gómez, Gbamin (67. L. Kamberi), Markelo (67. U. Emmanuel), Tsawa (22. M. Reichmuth), Krasniqi, Ballet, Zuber, Chouiar, Perea (67. Rodrigo Conceição)
FCSG Zigi, Okoroji, Stanić, Ambrosius, Vandermersch, Stevanović (64. B. Fazliji), Görtler, Csoboth (46. F. Mambimbi), Witzig (90. K. Faber), Daschner (70. B. Toma), Geubbels (65. J. Nsame)
Verwarnungen 92. J. Nsame (Time wasting), 94. L. Görtler (Foul),
Bemerkungen -

Einzelkritik
Zigi Krasser Fauxpas beim 0:1. Schlechte Ballmitnahme, Krasniqi profitiert und schiebt ein. Gute Parade nach Abschluss Chouiar. Sonst wenig geprüft.
Okoroji Läuft viel, versiegelt seine Seite weitgehend. Ist so ein sicherer Wert. Dosiert seine Offenive.
Stanic Liefert sich mit Perea ein Duell der Sonderklasse, was Zweikämpfe und Trashtalk betreffen. Verteidigt gewohnt wuchtig und robust. In guter Form. Man sieht, er will seine Position nicht so schnell wieder hergeben.
Ambrosius Bissig, griffig in den Zweikämpfen. Auf hohe Bälle unangefochten. Lässt nichts anbrennen. Seine Präsenz verleiht der St.Galler Abwehr Souveränität und Sicherheit. Nicht mehr weg zu denken.
Vandermersch Ist einigermassen solid, hat den einen oder anderen (Abspiel-) Fehler drin.
Stevanovic Unauffälliges Spiel des zentralen Mittelfeldspielers. Man wünschte sich von ihm mehr Präsenz und Aktivität. Er zeigt das derzeit nur phasenweise.

Görtler Bestreitet viele Zweikämpfe, ist voll im Spiel drin und glänzt mit der einen oder anderen guten Spieleröffnung oder Balleroberung. Tolle Flanke auf Geubbels. Zum Schluss mit der Hand am Oberschenkel und Entsetzen im Gesicht. Laut Trainer Maassen wird er mehrere Wochen fehlen. Ein grosser Wermutstropfen.
Csoboth Erzielt in seinen Aktionen keine Wirkung. Offensiv weder im Passspiel noch in Dribblings stabil. Muss von seinen Verteidigerkollegen hie und da auf seine Defensivaufgaben aufmerksam gemacht werden. Seine Auswechslung zur Pause überrascht nicht.
Witzig Hat die grösste Chance. Vergibt in der 38. alleine vor Brecher. Ihm gelingt auch sonst lange Zeit wenig. Ein Mann wie ihn lässt man aber einfach auf dem Platz. Er kann jederzeit und aus dem Nichts Torgefahr kreieren.
Daschner Verteidigt den Ball auffallend gut. Daraus können immer wieder gefährliche Offensivaktionen entstehen. Einmal mit einem sehenswerten Sololauf. Er spielt mit viel Kopf, das tut dem Team sehr gut.

Geubbels Hat mit einem Schuss innerhalb des Strafraums den ersten St.Galler Abschluss. Weitere Chance in Minute 39: Kopfball frei aus fünf Metern – die muss er machen! Offenbart heute grosse Schwächen im Passspiel. Wieder nicht sein Spiel.
Mambimbi Ersetzt zur zweiten Halbzeit Csoboth. Deutlich besser als sein Vorgänger, weil aktiver, wacher, präsenter und energetischer. Leitet den Ausgleich ein, indem er sich den Ball schnappt und Nsame einsetzt. Beim Siegestor leitet er ein und attackiert die Tiefe, was Nsame zugute kommt.
Nsame Ersetzt Geubbels nach 64’. Schiesst den FCSG mit zwei Toren zum Sieg! Mann des Spiels.
Fazliji Für Stevanovic nach 64’.
Toma Nach 70’ für Daschner. Vergibt in der Nachspielzeit die Siegsicherung.
Faber Ersetzt nach 90’ Witzig.
Stimmen zum Spiel

Bild: Franz Schefer
Ton: Marc Baumeler
Text: James Wehrli
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